Endlich geschafft! Herzlich willkommen in der Klinik
Nach dem Physikumsstress erwartet euch endlich etwas Erholung. Im von den meisten Zahnmedizinstudierenden als tollster, schönster und bester Kurs bezeichneten Phantom III werden an Echtzahnmodellen Wurzelfüllungen, ästhetische Seitenzahnrestaurationen aus Komposit und Keramikinlays vorgenommen. Auch Kinderzahnheilkunde, dentale Traumatologie und Parodontologie spielen in diesem Kurs eine Rolle. Zudem werden die Fächer Innere Medizin, Pathologie, Pharmakologie und Radiologie gelehrt. Ebenfalls im sechsten Semester dürft ihr ein wenig an euch gegenseitig üben, wie z.B. im („beliebten“) Spritzenkurs (Chirurgische Propädeutik), so dass ihr dann ab dem nächsten Semester in Integrierten Patientenkursen richtige Patienten versorgen könnt. Im siebten Semester sammelt ihr die ersten Patientenkontakte in der Konservierenden Zahnbehandlung. Von euch verlangt werden Kompositfüllungen, Inlays, endodontische Behandlungen, verschiedene Recalls (Parodontologie, Endodontologie, Kariologie, Restaurative) sowie die Durchführung einer systematischen Parodontitistherapie.
Das achte Semester dreht sich voll und ganz um die festsitzende Prothetik. Erreicht werden müssen acht Punkte. Das entspricht ungefähr sechs bis acht Einzelkronen oder zwei bis drei Brücken, je nach Patientensituation und möglichen Vorbehandlungen (wie z.B. das Setzen eines Stiftes).
Parallel dazu finden im siebsten bzw. achten Semester ein Semester lang die Kurse Kieferorthopädie (KFO) I bzw Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (MKG) I statt. Im KFO I Kurs stellt ihr für euch gegenseitig eine Transversale Dehnplatte und einen Aktivator sowie das erste FKO Patientengerät her. Unterstützend erhaltet ihr durch Vorlesungen und Seminare Einblicke in die KFO Diagnostik. Im MKG I Kurs dürft ihr wochenweise erste OP Luft schnuppern, angefangen als Assistenz bei oralchirurgischen Eingriffen bis hin zur Assistenz bei beeindruckenden Tumoroperationen. Der eine oder andere hat in dieser Situation durchaus schon Bekanntschaft mit einem kleinen Ohnmachtsanfall gemacht :-). Begleitend findet die MKG Hauptvorlesung sowie die Patientenvorstellung statt. Hier werden an „echten“ Patienten Diagnosen sowie Therapiepläne erarbeitet.
Juhu, das letzte Studienjahr ist erreicht! Im Ganzjahreskurs Integrierter Kurs II (IK II) behandelt ihr parallel in der Kons und in der Prothetik. Von euch wird jetzt ein erhöhtes Leistungspektrum (mehr Füllungen etc. in der Kons) bei reduzierter Behandlungszeit verlangt. Die Prothetik dreht sich um herausnehmbaren sowie kombiniert festsitzend-herausnehmbaren Zahnersatz. In den klinischen Kursen wird jeglicher Zahnersatz aus Kunststoff (z.B. Totalprothese, Interimsprothese, Knirscherschiene) sowie Langzeitprovisorien (Metallkrone/Metallbrücke mit Kunststoffverblendung) von den Studierenden selbst hergestellt.
Dazu findet der KFO II Kurs sowie der MKG II Kurs statt. Im KFO II Kurs stellt ihr zwei FKO Patientengeräte her. Zudem erhaltet ihr eine kurze praktische Einführung in die festsitzenden Apparaturen. In den Vorlesungen und Seminaren werden Therapiemöglichkeiten in der KFO erörtert. Der MKG II Kurs entspricht dem Kurs I.
Ebenfalls werden im neunten und zehnten Semester medizinische Fächer wie Allgemeine Chirurgie, Dermatologie und Hals-Nasen-Ohrenheilkunde vermittelt.
Nach erfolgreichem Abschluss des zehnten Semesters schließt sich lückenlos das zweite Staatsexamen an. Dieses erstreckt sich über einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten und beinhaltet 16 Prüfungen, teils praktische Patientenbehandlungen sowie mündliche Leistungsnachweise. Anforderungen in den praktischen Prüfungen:
Kons: 1 endodontische Behandlung, 2 Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich/Frontzahnbereich, 1 Kompostifüllung im Frontzahnbereich/Seitenzahnbereich, 1 Paro Recall, 1 Kinderbehandlung
Prothetik: Fesitzender (mind. 2 Pfeilerzähne) und 1 herausnehmbarer Zahnersatz (z.B. Brücke und Totalprothese; Teleskoparbeit mit 2 Pfeilerzähnen)
KFO: Herstellung eines FKO sowie Fallanalyse
Für das Zahnmedizinstudium benötigst du neben den manuellen Fähigkeiten (es ist aber auch noch kein Meister vom Himmel gefallen – also üben, üben, üben) jede Menge Durchhaltevermögen und Stressresistenz! Aber am Ende winkt der schönste TRAUMBERUF auf Erden!!!
Warum gerade Heidelberg?
Was uns besonders gefällt:
− umfassende humanmedizinische Ausbildung (allerdings enormer Lernaufwand!) mit Blick über den „Mund“ hinaus
− Unterstützung durch einen Lehrzahntechniker ab der Vorklinik
− modernste vorklinische Phantombehandlungsplätze
− MediKit (erster „Patientenkontakt“ (Laienschauspieler) bereits in der Vorklinik)
− Unterstützung durch Spezialisten für Endodontologie im Behandlungskurs
− Regelmäßiger Austausch Studiendekan/Kursleiter/Studenten: starke Miteinbeziehung der studentischen Meinung!
− helle, weitläufige Aufenthaltsräume (keine Spinde in den Katakomben oder Ähnliches ;-))
− Gipsraumparty (top secret – studiere hier und finde es heraus!!!)
© Julia K.


